Humanitäre Krise in Ostafrika: Mädchen im Südsudan leiden am stärksten unter der schweren Hungerkrise, die momentan im Südsudan herrscht und sich von Tag zu Tag ausweitet.

Der jahrelange Bürgerkrieg im Südsudan war bereits eine humanitäre Katastrophe für die rund 13 Millionen Menschen im jungen Staat Südsudan, der erst im Jahr 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erlangt hat. Rund 10 Jahre nach der Unabhängigkeit ist die Lage mehr als ernst: Die Vereinten Nationen sprechen von einer der weltweit größten Hunger- und Flüchtlingskrisen. Denn im Südsudan sind über eine Million Kinder von Unterernährung bedroht. Über acht Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen und etwa ein Drittel der gesamten Bevölkerung des Südsudans befindet sich auf der Flucht.

Nach Jahren des Bürgerkriegs herrscht zwar offiziell eine Waffenruhe, doch Gewalt, Auseinandersetzungen und Tote sind praktisch noch immer im gesamten Land ganz normaler Alltag. Die Wirtschaft ist noch immer in einem schlechten Zustand. Das gilt vor allem auch für die Landwirtschaft, hier fehlt es praktisch an allem. Vor allem natürlich an Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten. Dieser Zustand ist jedoch nicht neu sondern herrscht seit vielen Jahren. Doch nun haben zwei aufeinanderfolgende schwere Überschwemmungen einen Großteil der Ernte zweier Jahre vernichtet. Und die Corona-Krise ist natürlich auch schon längst im Südsudan angekommen. Lockdown und geschlossene Schulen waren die Folge. Und so muss jeder in der Familie seinen Teil beitragen, natürlich auch Mädchen und junge Frauen. Und sie sind, beispielsweise beim Sammeln von Feuerholz oder der Arbeit auf dem Feld, besonderen Risiken ausgesetzt.

Gewalt, sexuelle Übergriffe, Vergewaltigung bis hin zu Verschleppungen von jungen Frauen gehören im Südsudan zum traurigen Alltag. Und leider gilt auch: Je größer die Not, desto früher werden die Mädchen im Südsudan verheiratet. 

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